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Suchwort: Oeffentliche Meinung
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Oeffentliche Meinung
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Öffentliche Meinung oder Public Opinion ist nach dem Forschungsstand der Sozial- und Kommunikationswissenschaften kein fester Begriff, sondern ein Prozess, der temporären und gesellschaftlichen Entwicklungen unterworfen ist. So versteht Jürgen Habermas Öffentliche Meinung als Konsensus vernünftig denkender Privatleute, der sich gegenüber dem Souverän als alternative politische Instanz etabliert. Dabei beansprucht die Öffentliche Meinung die Wahrheit und gilt als Voraussetzung für Aufklärung (historisches Konzept). Auf Noelle-Neumann basiert ein anderes Konzept, welches die Öffentliche Meinung als Ergebnis repräsentativer Befragungen von Meinungen bzw. als demoskopisch ermittelte Momentaufnahme interpretiert (deskriptives Konzept). Niklas Luhmann argumentiert im Gegensatz zu Habermas, dass die Öffentliche Meinung nicht an den Begriff der Wahrheit gebunden werden dürfe (systemtheoretisches Konzept), da er zuviel Einheit suggeriere. Stellvertretend für die bis heute andauernde anglo-amerikanische Debatte um den Begriff sei der Politikwissenschaftler Walter Lippmann genannt, der schon früh beobachtete, dass insbesondere Demokratien dazu neigen, Public Opinion zu mystifizieren, während es immer genügend PR-Experten gab, "who understood the mystery well enough to create majorities on election day." Tatsächlich lässt sich heute besser von wechselnden Öffentlichen Meinungen bzw. öffentlichen Arenen oder von Teilöffentlichkeiten sprechen, die nebeneinander oder auch im Konflikt zueinander stehen können. Sie artikulieren sich als veröffentlichte Meinungen vor allem über Massenmedien. Diese lassen sich im Gegensatz zur Öffentlichen Meinung wesentlich konkreter durch die in den Medien auftretenden Meinungen (z.B. im Kommentaren) identifizieren. Der Glaube an die Veränderbarkeit von Öffentlicher Meinungen ist ein fester Bestandteil der PR.
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