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PR-Expertin Dr. Katja Scheidt fragt nach...
Die Macht der Worte - Wichtige Tipps für kleine Reden und Ansprachen
Wir alle wissen, was Worte bewirken können: Martin Luther King hatte einen Traum, den er mit Millionen von Menschen über seine mitreißenden Rede geteilt hat und zuletzt hat Barack Obama im US-Wahlkampf gezeigt, wie Worte auf Entscheidungen, Meinungen und Einstellungen entscheidenden Einfluss nehmen.
Es muss nicht gleich der US-Wahlkampf sein - sicher ist jedoch, dass jeder PR-Praktiker in Rahmen seiner Tätigkeit immer wieder kurze oder auch längere Reden und Ansprachen halten muss und halten können muss. Die Voraussetzung dafür ist, zentrale Regeln der Rhetorik, des Aufbaus und der formalen Ausrichtung zu beachten.
Wer stand nicht schon vor der Frage: was sage ich, wie sage ich es und wie lange spreche ich beim Firmenjubiläum, bei der Einweihung, vor ausländischen Gästen, beim Kundenmeeting, vor Aktionären, vor Journalisten, auf Betriebsversammlungen, beim Verband, im Kommunalplenum oder wann immer ich als PR-Praktiker zu sprechen habe. Gut vorbereitete Reden sind auch die Grundlage des persönlichen Erfolges. Doch: „Der Unterschied zwischen einer guten und einer fast guten Rede ist so groß wie der Unterschied zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen“, sagt eine Redewendung unter Rhetorikern (vgl. www.redenschreiben.de, 05/2009). Daher haben wir Ihnen im Folgenden einige wichtige Tipps zusammengestellt, die für eine erfolgreiche Rede von zentraler Bedeutung sind.

Zentrale Tipps für erfolgreiche Reden und Ansprachen
o Bevor Sie mit dem Verfassen der vollständigen Rede beginnen, legen Sie zunächst die zentrale Botschaft/Aussage bzw. das Ziel Ihrer Rede fest. Formulieren Sie kurz und knapp (!), was Ihrem Zuhörer nach Ihrer Rede in Erinnerung bleiben soll. Dies ist der zentrale Kern, um den Sie alle weiteren Elemente Ihrer Rede bauen können (vgl. ebd.).

o Denken Sie immer daran, dass Ihre Zuhörer über den Erfolg Ihrer Rede entscheiden. Versetzen Sie sich in Ihr Publikum hinein: Wer hört Ihnen zu, wie können Sie den Zuhörer „abholen“ und „mitnehmen“ und ihn so zu dem Kern Ihrer Aussagen führen? Sprechen Sie zu den Menschen, nicht zur Sache. Achten Sie darauf, dass Ihre Aussagen den Zuhörer informieren, interessieren und ihn gleichzeitig unterhalten. Nur so ist der Zuhörer bereit, Ihnen über die Dauer der gesamten Rede und zum Kern Ihrer Aussagen zu folgen. Sprechen Sie Ihre Zuhörer dabei auch direkt an.

o Der Beginn Ihrer Rede ist entscheidend, um das Interesse der Zuhörer zu wecken. Greifen Sie direkt die Stimmung auf, im Rahmen derer Sie Ihre Rede halten (ernst oder lächelnd - mit einer Anekdote, mit einer kurzen Geschichte, die zum Thema hinführen).

o Ihre Gedanken sollen klar, verständlich und für den Hörer nachvollziehbar formuliert werden. Verstehen Sie zuerst selbst, was Sie sagen möchten (vgl. ebd.). Überfordern Sie die Hörer nicht mit Fakten und Zahlen (!) - viele Redner begehen diesen Fehler. Denken Sie daran, wie Sie selbst als Zuhörer darauf reagieren.

o Übersetzen Sie Tatsachen in Bilder, denn „Reden ist Kino im Kopf“ (vgl. u.a. Franken in PR-Navigator 01/2009). Vermeiden Sie zu viele Substantive - das Verb ist der entscheidende Satzteil. Metaphern, Vergleiche oder Anekdoten sind viel plakativer und wirkungsvoller, denn sie lassen vor dem inneren Auge ein Bild und beim Zuhörer eine Wirkung entstehen.

o Gestalten Sie Ihre Rede auch in der Intonation abwechslungsreich. Betonen Sie wichtige Worte oder Satzpassagen, variieren Sie die Stimme und geben Sie der Rede inhaltlich einige Abwechslung - wechseln Sie zwischen Ernst und Humor oder Fakten und Emotionen. Dabei gilt jedoch: nicht übertreiben! Die Seriosität darf nicht verloren gehen!

o Überdenken Sie Ihre gesamte Argumentation und streichen Sie zu schwache Argumente heraus - diese werden auch Ihre Zuhörer nicht überzeugen (vgl. ebd.).

o Und denken Sie immer daran: Ihre Rede sollte wahrhaftig sein (vgl. www.redenschreiben.de, 05/2009). Auch wenn das gelegentlich Mut erfordert, sprechen Sie die Probleme an, verschleiern Sie nichts, beschönigen Sie nichts, verharmlosen Sie nichts. Seien Sie authentisch - nur so können Sie überzeugen.

o Legen Sie besonderen Wert auf den Schlussteil Ihrer Rede, denn dieser ist ein zentraler Bestandteil zur Untermauerung Ihrer Aussagen. Der Schluss wird vom Zuhörer behalten und erinnert. Pointieren Sie in Kürze nochmals den Kern Ihrer Rede bzw. die zentrale Aussage.

Viel Erfolg wünscht Ihnen
Dr. Katja Scheidt



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