 |
| PR-Expertin Dr. Katja Scheidt fragt nach... |
 |
| Business Knigge - Kompetenter Eindruck durch stilsicheren Ausdruck |
 |
Beruflicher Aufstieg erfordert heute mehr als reine Fachkenntnisse. Wer im Job Erfolg haben will, muss neben seiner fachlichen Qualifikation auch mit sozialer Kompetenz glänzen. Das gilt insbesondere in der Kommunikationsbranche, in der Glaubwürdigkeit, Überzeugungskraft und ein souveränes Auftreten unabdingbare Erfolgsfaktoren darstellen. “Softskills“ ist das Stichwort und zu diesen „weichen Faktoren“ gehört allen voran Stilsicherheit auf dem beruflichen Parkett. Diese Stilsicherheit erfahren Sie nicht allein durch das Auswendiglernen von „Benimm-Regeln“. Grundlegend ist vielmehr, die jeweilige Situation richtig einzuschätzen. Überlegen Sie, in welcher Rolle Sie aktuell agieren. Handeln Sie gerade als Mitarbeiter, Vorgesetzter, Geschäftspartner oder Kunde? Je nachdem werden bestimmte Erwartungen an Ihr Verhalten geknüpft.
Überlegen Sie, in welcher Situation sich Ihr Gegenüber befindet? Welches Selbstverständnis bringt er/sie mit? Welches Statusgefälle liegt ggf. im Miteinander vor? In der Regel entscheiden Menschen intuitiv, was angemessen ist und liegen dabei oft genau richtig. So werden Sie zum Beispiel auch ohne vorherige Analyse anders mit Ihrer Mutter umgehen als etwa mit Ihrem Chef. Nicht immer ist die Situation aber so eindeutig und nicht in jedem Lebensbereich wiegen zwischenmenschliche Fehltritte so schwer wie im Job. Daher ist es sinnvoll, insbesondere in beruflichen Situationen ein gutes Gespür für Rollenerwartungen und situative Vorgaben zu entwickeln. Der aktuelle sowie der folgende Beitrag geben Ihnen daher wichtige Tipps und Hinweise zu diesem Thema und fassen einige wichtige Aspekte für Sie zusammen.
Begrüßung und Vorstellung
Anders als im Privaten werden in der Geschäftswelt Höflichkeitsprivilegien nicht nach Alter und Geschlecht zugesprochen. Ausschlaggebend ist hier die Unternehmenshierarchie. Grüßen Sie deshalb immer zuerst die Person, die dort am höchsten einzuordnen ist. Eine Ausnahme gilt allein für Ihre Kunden, die in Begegnungen stets Ihre „Nummer Eins“ sein sollten.
Eine wichtige Unterscheidung ist die von „Grüßen“ und „Begrüßen“. Denn für den Gruß auf dem Büroflur gelten andere Regeln, als für die Begrüßung mit Handschlag. Der Gruß sollte stets von der Person ausgehen, die in der Hierarchie weiter unten einzuordnen ist. Ob es zum „Shake Hands“ kommt entscheidet allerdings die höher gestellte Person. Warten Sie deshalb bei der Begrüßung ab, bis Ihr Vorgesetzter die Initiative ergreift und Ihnen die Hand reicht. Bei der Begrüßung eines Kunden gilt: „Der Kunde ist König“ – er hat immer das Privileg selbst zu entscheiden, ob und wem er die Hand reichen möchte. Was wäre jedoch eine Regel ohne ihre Ausnahme: Sind Sie in der Rolle des Gastgebers, ist es an Ihnen die Begrüßung einzuleiten, ungeachtet aller Hierarchien oder Kundenbeziehungen.
Bekannt ist: Die Begrüßung ist ausschlaggebend für den ersten Eindruck, den Sie hinterlassen. Nutzen Sie diese Chance daher und machen Sie eine gute Figur: Stehen Sie für Ihr Gegenüber auf, schließen Sie Ihr Jackett und gehen Sie ggf. um Tisch oder Tresen herum, um einen direkten offenen Kontakt herzustellen. Diese Regeln gelten übrigens für Frau wie Mann. Die Zeiten, in denen die Frau sitzen blieb, sind längst passé.
Für die Begrüßung wie für alle Umgangsformen gilt: Nehmen Sie sich selbst zurück und bringen Sie Wertschätzung entgegen. Dies im Hinterkopf können Sie bei der Vorstellungsrunde im Geschäftskontakt wenig falsch machen. Stellen Sie sich selbst niemals mit Titel vor, sondern einfach mit vollem Namen und Ihrer Position im Unternehmen. Präsentieren Sie hingegen andere, darf der Titel keinesfalls unterschlagen werden. Auch beim Bekanntmachen ist die Hierarchie zu berücksichtigen. Höher gestellte Personen sind in der Gunst zuerst zu erfahren, wer ihnen gegenüber steht.
Smalltalk
Im Berufsalltag geht es nicht immer um das Geschäft. Im Unternehmensfahrstuhl mit dem Chef, in der Büroküche mit Kollegen oder im Kundengespräch beim Business-Lunch - überall ist die „große Kunst der kleinen Unterhaltung“ gefragt. Der Wert eines guten Smalltalks ist nicht zu unterschätzen. Souverän geführt schafft er eine entspannte Atmosphäre, zeigt die eigene soziale Kompetenz, weist Gemeinsamkeiten auf, erzeugt Sympathie und bereitet den Boden für Verhandlungen. Wollen Sie dieses Potenzial nutzen, sollten Sie einige Regeln des Smalltalks unbedingt beachten.
Vermeiden Sie Themen, die leicht zu Kontroversen führen können oder zu sehr in das Privatleben des Gegenübers eindringen. Das sind in erster Linie Themen wie etwa Politik, Religion, Geld und Krankheiten. Ein absolutes Smalltalk-No-Go sind weiterhin Klatsch und Tratsch – Sie qualifizieren sich nicht gerade für höhere Aufgaben, wenn Sie großes Interesse an der Gerüchteküche zeigen. Unverfänglich sind Gespräche über Kultur, Sport, Freizeit, Reisen, Wetter, Wohnort und Kunst. Dabei dürfen Sie ruhig etwas von sich Preis geben, Ihr Hauptaugenmerk sollte aber auf dem Gegenüber liegen. Rücken Sie Ihren Gesprächspartner in den Fokus. Hören Sie zu! Nutzen Sie den Smalltalk auch dazu, mehr von Ihrem Gegenüber zu erfahren. Möglicherweise ist das zu einem späteren Zeitpunkt (bei Verhandlungen, Auswahl von Geburtstagspräsenten u.a.) dankbar. Vermitteln Sie ein gutes Gefühl, in dem Sie Wertschätzung und Interesse zeigen. Räumen Sie Ihrem Gegenüber den größeren Redeanteil ein, ermuntern Sie durch offene Fragestellungen und demonstrieren Sie Ihr aktives Zuhören durch Blickkontakt und dezente Hörersignale. Es gibt kaum ein besseres soziales Schmiermittel, als den eloquent geführten Smalltalk – machen Sie sich dies zu Nutzen.
Sie sehen bereits: Kommunikation ist nicht nur das, was man sagt und tut, sondern auch, was man nicht sagt, was man berücksichtigt und was man unberücksichtigt lässt. Sie können nicht nicht wirken. Nutzen Sie deshalb Ihr Gespür und Ihre Umgangsformen, um Format zu zeigen und in jeder Situation einen guten Eindruck zu hinterlassen. Selbstverständlich hört dieser „Eindruck“ nicht unmittelbar nach dem Smalltalk auf. Dress-Code und das richtige Verhalten während eines Geschäftsessens beispielsweise sind häufig erlebte Situationen. Aus diesem Grund beschäftigt sich der kommende Beitrag mit genau diesen Themen. Lesen Sie dann weiter.
Bis dahin viel Erfolg im souveränen Umgang mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Kunden und Vorgesetzten wünscht Ihnen
Dr. Katja Scheidt
ks@prgalerie-scheidt.de www.prgalerie-scheidt.de
|
|