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| Profi des Monats: 05.11.2008 |
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| Edda Fensch |
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Jeden Monat stellen wir Ihnen Profis aus der Buchbranche vor. In diesem Monat lesen Sie das Portrait von Edda Fensch. Sie verantwortet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim CH. Links Verlag.
Programmhighlight der Saison:
Stefan Wolles „Der Traum von der Revolte“ war im Jubiläumsjahr der 68er nahezu der einzige Titel, der die Ereignisse jenes Jahres im Osten Deutschlands nachvollzog. Das garantierte ein großes Medieninteresse.
Und Marcus Hernigs Buch „China mittendrin“ in unserer Länderreihe konnte sich in dem Boom der China-Bücher gut behaupten, zumal der Autor eine Woche vor Beginn der Olympischen Spiele in Deutschland und ein gefragter Interviewpartner war.
Welche Aktion oder welches Buch ist in der Presse besonders gut gelaufen, obwohl Sie das nicht erwartet hätten.
„Blutiges Edelweiß“ von Hermann Frank Meyer, das auf 800 Seiten die Verbrechen der 1. Gebirgs-Division in Griechenland und auf dem Balkan dokumentiert. Hier hatten wir einen sehr speziellen Leserkreis vermutet, aber nun erscheint Ende August die 2. Auflage.
Wer ist Ihr/e Lieblingsautor/in?
Das ist keine Frage, die ich mag, weil ich nicht nur einen einzigen Namen nennen kann, und zum Glück kommen neue dazu. Na gut: Virginia Woolf, Keri Hulme, Annie Proulx, Monika Maron, Cormac McCarthy, Tschingis Aitmatow, Bruce Chatwin, Richard Ford.
Welches Buch haben Sie privat zuletzt gelesen?
Orhan Pamuk: „Schnee“. Das war besonders aufschlussreich im Hinblick auf die jetzigen Besorgnis erregenden Entwicklungen in der Türkei, die schwer nachvollziehbar sind.
Welches Buch hat Sie als Person besonders beeinflußt bzw. vorangebracht?
„Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow, das in der DDR 1975 im Verlag Volk & Welt erschien. Das kam mit so einer Wucht daher, behandelte so viele universelle Fragen jenseits aller Denkschemata, das wirbelte einem gehörig durchs Hirn. Auch durch seinen genreübergreifenden Ansatz verblüffend und faszinierend. Wir haben Nächte lang darüber diskutiert.
Wie sah Ihr Weg in die Verlags-PR aus?
Nach der Wende arbeitete ich zunächst nebenher als freie Lektorin für den gerade gegründeten Ch. Links Verlag, ab 1994 war ich dann fest im Haus und neben dem Lektorat übernahm ich dann auch die Pressearbeit. Als 1996 eine weitere Stelle eingerichtet werden konnte, entschied ich mich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das war nach all den Lektoratsjahren (siehe nächste Frage) Neuland, und es reizte mich herauszufinden, was man da auf welche Weise alles bewegen kann.
Seit wann sind Sie in der Branche?
In der Buchbranche schon seit 1976 - als Lektorin für englischsprachige Belletristik, in der PR-Brache wie gesagt seit Mitte der 1990er Jahre.
Was gefällt Ihnen an der Branche besonders?
Die Büchermenschen sind ein aufgewecktes, reges und neugieriges Völkchen, und zum Glück geht es nicht immer bierernst zu. Wir werden durch die Bücher, die wir machen, auf so viele spannende Themen gestoßen, die unter anderen Umständen wahrscheinlich an uns vorbeigerauscht wären. Dann taucht man da ein und hat wieder eine neue Welt für sich entdeckt. Wunderbar! Und natürlich macht es auch Spaß auszutesten, was man medial mit einem interessanten Thema/Autor bewegen kann.
Ihr Lieblings- oder Lebensmotto?
Lieblingsmotto gibt's bei mir nicht, das hört sich so nach festgenagelt an.
Welches war das ärgerlichste oder das schönste Erlebnis mit einer/einem Journalisten/in?
Ich freue mich gerade, dass ich mich an ein richtig ärgerliches Erlebnis gar nicht erinnern kann (oder verdrängt man das ganz schnell?). Schöne gibt's dagegen eine ganze Menge. Einmal habe ich einem Redakteur eines großen deutschen Magazins leichtsinnig einen Kasten Sekt versprochen, falls er nach der Lektüre eines Buches, das ich ihm antragen wollte, immer noch sagt, das habe man doch alles schon gelesen. Er rief dann begeistert an, hatte eine tolle Rezension geschrieben und bot an, beim nächsten Besuch nicht einen Kasten, aber immerhin eine Flasche Sekt zu spendieren.
Welche Eigenschaften zeichnen Ihrer Meinung nach eine gute Verlagspressesprecherin aus?
Unbedingt Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit. Und man sollte das Profil der jeweiligen Medien und die speziellen Vorlieben der Redakteure kennen. Da wir immer wieder neue Themen haben, sind wir ständig auf der Suche nach den richtigen Ansprechpartnern. Das ist zeitraubend, aber enorm wichtig.
Sind Sie in einem Netzwerk organisiert?
Organisiert nicht, aber die AVP-Treffen mit Kolleginnen und Kollegen sind mir wichtig.
Wie gehen Sie mit dem alltäglichen Streß um?
Die Frage stellt sich immer wieder neu. Ich brauche in der Regel abends ein Kontrastprogramm, also Bewegung, sobald es mal geht ab in die Natur und als Bettlektüre nur Belletristik!
Was Sie immer schon mal sagen wollten:
… hebe ich mir nicht für Fragebogen auf, sondern sag's gleich.
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