 |
| Literaturtipp |
 |
| Public Relations - crossmedial |
 |
Spontane Kaufentscheidungen in Buchhandlungen werden oft aus einem der folgenden Gründe getroffen:
1) Das Cover gefällt.
2) Der Text auf der U4 gefällt.
3) Man kennt und schätzt den Verlag.
4) Man kennt und schätzt die Autorin.
5) Der Buch-Titel ruft Interesse hervor.
Nun kann es passieren, dass man enttäuscht wird. Die geschätzte Autorin hatte offensichtlich ein paar schlechte Monate, als sie das Buch verfasste. Der Autor des U4-Textes hat sicher nie in das Buch hineingeschaut. Das Cover hat keinen inneren Bezug zum Inhalt. Und der Verlag hat vollkommen daneben gelangt und z.B. definitiv nicht lektoriert. Oder der Titel/Untertitel führt in die Irre, in dem er z.B. verspricht, ein Praxisratgeber zu sein, obwohl Praxis im Buch schlicht und ergreifend nicht vorkommt.
Bei Christiane Plank passiert einem dies nicht. Wo Praxisratgeber draufsteht, ist auch Praxis, also auch Umsetzbarkeit, drin. Weil die Autorin eben aus der Praxis kommt, sich mittlerweile auch wissenschaftlich mit ihrem Gegenstand beschäftigt, trotzdem weiterhin an Praxisprojekten teilnimmt, um die Theorie in der Realität einer kritischen Prüfung unterziehen zu können.
Der Aspekt der Nutzwertigkeit zieht sich durch Inhalt und Struktur des Buches. Das Buch ist in 5 große Abschnitte - Was ist Crossmedia?; Den Nutzen erhöhen; Crossmedia-PR; Crossmediale Strategie; Medien crossmedial vernetzen - unterteilt, deren Unterkapitel jeweils mit einer kurzen Einführung und mit Schlüsselbegriffen zu den nachfolgenden Inhalten beginnen. Man kann also ungefähr einschätzen, was einen erwartet.
Die Unterkapitel arbeiten mit zahlreichen Beispielen, Merksätzen, Checklisten, Definitionen, Graphiken und Schaubildern, Tests und Tipps, die den "Lernerfolg" deutlich unterstützen. Hier weiß also jemand, dass Wissen und Kompetenz nicht nur vorhanden sein müssen, sondern auf vernünftig vermittelt werden wollen, wenn ein Ratgeber funktionieren soll. Abgerundet wird dieses Ergebnis gründlicher didaktischer Überlegungen durch eine Reihe von Interviews mit Praktikern. Und ein Beispiel-Crossmedia-Konzept sowie Glossar gibt es am Ende auch noch.
Christiane Plank entwickelt auf der Grundlage historischer Beispiele und einer grundsätzlichen Klärung des Begriffs Crossmedia, was notwendig ist, um auch in der PR crossmedial so erfolgreich sein zu können, wie es in der Werbung bereits oft geschieht. Sie definiert die Dinge, die notwendig sind, damit dies möglich wird, skizziert Einsatzmöglichkeiten und Potentiale und widmet sich ausführlich strategischen Fragen.
Wer also crossmedial kommunizieren möchte und muss, der ist gut beraten, sich mit diesem gründlich gearbeiteten, durchdacht strukturierten, gut lesbaren und nützlichen Praxisratgeber auseinander zu setzen.
Christiane Plank: Public Relations - crossmedial. Potentiale nutzen - Ein Praxisratgeber. Bremen 2011, Viola Falkenberg Verlag, ISBN 978-3-937822-47-1, 203 Seiten, broschiert, 24,90 €
Die Autorin:
Christiane Plank arbeitete als Marketingleiterin eines schwedischen Möbel- und als Pressesprecherin eines europaweit agierenden Verlagshauses. An der Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule Regensburg unterrichtet sie Öffentlichkeitsarbeit sowie Social-Media-Marketing und -Kommunikation. Für das besprochene Buch erhielt sie den Public Relations Book Award 2010/11.
Eine Rezension von Ralf Laumer. Er ist Geschäftsführer von Mediakontakt Laumer- Pressearbeit und Buch-PR.
|
|