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| Literaturtipp |
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| Gute Texte - gute Geschäfte |
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„Setzen Sie das Stereo in Kopfphon Wagenwinde ein, die Macht ist an, sonst ist die Macht ab.“ Dies ist kein Zitat aus Star Wars, sondern Teil einer Bedienungsanleitung für Kopfhörer und nur ein Beispiel für schlechte Gebrauchstexte, mit denen wir täglich konfrontiert werden. Auf andere Art haarsträubend ist das Stellenangebot eines Geschäftes, das eine „junge, motivierte und angaschierte Verkäuferin “ sucht. Diese Texte eint nicht nur ihre Fehlerhaftigkeit, sondern auch die Tatsache, dass der kluge Leser die Autoren dieser Texte als nicht besonders seriös einstuft.
Wie nun gelingt es aber, Texte so zu verfassen, dass Kunden, Geschäftspartner und Kollegen kompetent und professionell angesprochen werden? Wie kann man als Unternehmen sowohl nach außen als auch intern glaubwürdig Inhalte kommunizieren?
Hier bietet das Buch Gute Texte – gute Geschäfte von Andreas Kaizik und Christine Schulz Hilfe für Unternehmen, die nicht in erster Linie selbst Profis in Sachen Text sind.
Der Ratgeber basiert auf der Feststellung, dass schlechte Texte Zeit und Geld kosten: Fehlerhafte oder nichtssagende Texte, die schnell und unüberlegt verfasst wurden, können den Ruf eines Unternehmens dauerhaft schädigen. Dagegen zahlt sich professionelle Kommunikation aus und es lohnt sich daher, mehr Zeit für das Verfassen und die Korrektur von Texten einzuplanen. Kaizik und Schulz zeigen auf, dass für die externe und interne schriftliche Kommunikation eines Unternehmens die Gleichung „Zeit ist Geld“ neu gedacht werden muss: Flüchtig herunter geschriebene Texte mit Tippfehlern oder nichtssagenden Worthülsen lassen Rückschlüsse auf die Firma zu, von der sie verfasst wurden. Deshalb sollte man immer daran denken, dass das Image eines Unternehmens eng mit den Texten verknüpft ist, mit denen es sich nach außen und intern präsentiert – Firmen-Websites werden hier ebenso als Beispiel genannt wie die Kommunikation zwischen Kollegen per Mail.
Kaizik und Schulz zeigen auch Beispiele für schlechte Texte auf und verdeutlichen so, wie man nicht vorgehen sollte. Zudem gelingt es ihnen durch anekdotenhafte Beispiele das eher trockene Thema des Buches aufzulockern: Sie erzählen vom internen Mailverkehr bei Goldmann Sachs, dessen rüder Ton nach außen drang und so den Ruf des Unternehmens schädigte. Ein positives Beispiel hingegen ist das innovative Kommunikationskonzept von Ikea, das auf dem Duzen der Käufer basiert, die sich so auf besonders persönliche Weise vom Unternehmen Ikea angesprochen und auch verstanden fühlen.
Aber die Autoren beschränken sich nicht auf die Aufzählung von Beispielen, sondern widmen sich auch den wichtigsten inhaltlichen Merkmalen guter Texte: Laut Kaizik und Schulz ist ein guter Text „inhaltlich korrekt, zweckdienlich, (unmiss)verständlich, aussagekräftig, frei von Fehlern, einheitlich geschrieben, frei von Übertreibungen“ und nicht zuletzt „glaubwürdig“. Zunächst klingen diese Merkmale selbst etwas beliebig, doch die Autoren beschreiben recht differenziert, was genau einen Text zu einem aussagekräftigen oder verständlichen Text macht und was man vermeiden sollte.
Auch formale Qualitätsmerkmale werden angesprochen, denn ein guter Text sieht auch professionell aus. Entscheidend sind hier die Länge des Textes, die Quellen, auf die er sich stützt sowie seine Formatierung und die Verwendung von Sonderzeichen, Abkürzungen und ähnlichem.
Bleiben die Autoren bei der Erläuterung der Merkmale noch eher allgemein, so geben sie im Kapitel „Bessere Texte für Ihr Unternehmen“ konkrete Ratschläge und Anweisungen für die Textproduktion: Die einzelnen Textarten wie Pressemitteilung, Geschäftsbrief- bzw. –Mail oder Stellenausschreibung werden Schritt für Schritt erklärt. Kaizik und Schulz erläutern, aus welchen Textbausteinen die jeweiligen Texte bestehen und was dabei zu beachten ist. Ergänzt werden diese Tipps zur Textproduktion durch Tabellen, die deutlich machen, welche Textmerkmale in welchen Zusammenhängen besonders wichtig sind.
Darüber hinaus setzen sich die Autoren auch mit einem Sonderbereich der Texterstellung in Unternehmen auseinander: mit dem Corporate Text. Analog zur Corporate Identity ist das Ziel des Corporate Text ebenfalls, ein kohärentes Bild eines Unternehmens nach außen zu vermitteln. Einheitliche Sprache, Texte und Schreibweisen erhöhen den Wiedererkennungswert einer Firma und helfen auch den Mitarbeitern, sicherer in der externen Kommunikation und in der Textproduktion zu werden. Zunächst muss das Corporate Text-Konzept natürlich eingeübt werden, doch Kaizik und Schulz sprechen sich klar für eine einheitliche Unternehmenskommunikation aus, denn sie ist im Sinne der Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter. Dennoch betonen die Autoren, dass es keine „goldenen Regeln“ oder Patentrezepte für das Schreiben guter Texte gibt. Dementsprechend geben Sie dem Leser nur Empfehlungen, zeigen gute und schlechte Textbeispiele auf und gehen auch darauf ein, dass die Gestaltung eines guten Textes stark davon abhängt, wo und unter welchen Bedingungen er veröffentlicht oder gebraucht wird und welche Zielgruppe erreicht werden soll.
Insgesamt bieten Kaizik und Schulz einen informativen und sogar unterhaltsamen Überblick über die wichtigsten Textarten in Unternehmen. Dank Tabellen, einer klaren Gliederung, kurzen Kapiteln und der Hervorhebung wichtiger Textpassagen kann sich der Leser gut orientieren und schnell auf die gesuchten Informationen zugreifen. Die Autoren zeigen auf leicht verständliche Weise, wie man gute Texte schreiben kann, ohne ein Profi auf diesem Gebiet zu sein. Dabei verlieren sie sich nie in Ratgeberplattitüden, sondern geben Anregungen und Hilfestellungen. Kaizik und Schulz versprechen keine Patentlösung und ihr Ratgeber macht aus Schreibfaulen auch keine Werbetexter, doch eine professionelle Unterstützung für die interne und externe Unternehmenskommunikation bietet er allemal.
Über die Autoren:
Christine Schulz und Andreas Kaizik sind Gesellschafter von ›Infotext‹, einem in Berlin ansässigen Büro für Text, Layout und Infografik (www.infotext-gbr.de). Seit über zehn Jahren arbeiten sie als Lektoren, Ghostwriter und Texter für Autoren, Zeitungen, Zeitschriften, Buchverlage und andere Unternehmen in der freien Wirtschaft.
Andreas Kaizik, Christine Schulz: Gute Texte - gute Geschäfte, Frankfurt a. M. (Bramann Verlag), 2012, 176 S., kartoniert, ISBN: 978-3-934054-51-6, 18,00 € (D)
Eine Rezension von Stephanie Lange. Sie absolviert zur Zeit ein Volontariat bei Mediakontakt Laumer.
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