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| Literaturtipp |
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| Zur Sache Schätzchen |
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„Bunte Schmetterlinge erobern inhaltsschweren Meetings“
Die Chancen die Front der dunklen Anzüge zu durchbrechen stehen sehr gut
Vorbei sind die Zeiten in denen sich Frauen mit der Leitung eines „kleinen erfolgreichen Familienunternehmens“ begnügten. Spätestens seit dem 21. Jahrhundert steht fest, dass Frauen genauso machtbewusst sind wie ihre männlichen Kollegen.
Eine These, die Eva Kirchesch und Adriana Olivotti, selbst erfolgreiche Geschäftsfrauen mit ihrem Buch „Zur Sache Schätzchen! Frauen und Macht“ verifizieren.
Sie zeigen auf, dass es inzwischen immer mehr Unternehmen gibt die sich für diversity aussprechen und gleichzeitig versuchen einen Nutzen aus eindeutig weiblichen Eigenschaften, wie emotionaler Intelligenz und Teamgeist zu ziehen.
Untersucht werden in diesem Band unter anderem die unterschiedlichen Wirkungen von Macht und wie wir sie erleben, die Rolle der Stereotype sowie unter anderem die Auswirkungen von Sozialisation, und Rollenklischees auf das Machtstreben der Frauen.
Es wird Zeit den Vorwurf aus der Welt zu schaffen, dass Karriere orientierte Mütter Rabenmütter sind, oder Frauen weniger Leistung erbringen als ihre männlichen Partner.
Äußerungen der weiblichen Gesprächspartner zum Thema „Frauen und Macht“
Hierzu interviewten die beiden Autorinnen interessante Frauen, die in machtvollen Positionen tätig sind, wie unter anderem: Dr. Iris Ebling (ehemalige Präsidentin des Bundesfinanzhofs), Dr. Christine Bortenlänger (Vorstandsmitglied der Bayerischen Börse AG), Dr. Ursula Engelen-Kefer (ehemalige Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes) und Prof. Sissi Closs (Geschäftsführerin und Mitinhaberin von Comet Computer und Comet Communication).
Erstgenannte äußerte sich zum geschäftlichen Umgang zwischen Frauen und Männern wie folgt: „Anpassung bringt, meine ich, nicht allzu viel. Daran kann man mal kurz denken, wenn man merkt, hier könnte es der Sache förderlich sein, sich anzupassen, anstatt pausenlos zu opponieren. Aber auf Dauer kann man sich nicht verbiegen.“, sowie eine interessante These der Professorin und Geschäftsführerin Sissi Closs: „Es ist schwierig als Frau die Akzeptanz zu bekommen, die ein Mann in einer vergleichbaren Position kriegt. Zwei Dinge haben mir sehr geholfen: der Professorentitel und die Öffentlichkeit.“
Interessanterweise lässt sich unter allen Äußerungen ein einheitlicher Tenor feststellen, auch wenn die Karriere- und Lebenswege unterschiedlicher nicht sein könnten.
Die männliche Sicht der Dinge
Auch die Männer kommen in diesem Buch zu Wort, was dieses gleichermaßen interessant für beide Geschlechter macht. Hierzu führten die Autorinnen Gespräche mit Armin Geiß (Personalvorstand der E.ON Ruhrgas AG.) und Bernd Drägestein (Gründungsmitglied und Leiter von „mannigfaltig“), die ihre Sicht der Dinge schilderten und ihre Erfahrungen zum Thema: Männerrollen im Umbruch beschrieben.
Auf die Frage, welche Bedeutung Macht für Männer hat, antwortete Bernd Drägestein: „Für Männer ist es ganz schlimm, ohnmächtig zu sein, also ohne Macht zu sein. Deshalb sind auch Abhängigkeiten für sie sehr schwierig. Darauf sind sie aufgrund ihrer sozialen Rollenkonstitution nicht vorbereitet. Sie versuchen dann sofort, wieder Macht herzustellen, auch wenn das meist eine Pseudo-Macht ist. Das ist auch ein wichtiger Aspekt in meinen Kursen: Ich will zeigen, dass man Angst haben kann, sich ohnmächtig fühlen darf, dass das auch konstruktiv sein kann.“
Zusätzlich wird im Anhang auf die Lebensläufe der in diesem Buch portraitierten Personen verwiesen, die dem Leser aufschlussreiche Eindrücke liefern.
Ein lesenswertes Buch für beide Geschlechter
Alles in allem handelt es sich hierbei um ein aufschlussreiches Buch für beide Geschlechter. Es dient zum einen der Motivation von Frauen, die hierzulande lernen müssen mit dem Thema Macht souveräner umzugehen, während gleichzeitig Vorurteile abgebaut werden, zum anderen gibt es den Männern Aufschluss über diese „Sphinx-Frauen“.
Kirchesch, Eva u. Olivotti, Adriana: Zur Sache Schätzchen: Frauen und Macht. Wiley Verlag. Weinheim.2008. 254 Seiten.19,90 €, ISBN: 978-3-527-50380-3
Eine Rezension von Lisa Niedegger. Sie studiert an der Philipps-Universität Marburg Sprache und Literatur und absolviert zurzeit ein Praktikum bei Mediakontakt Laumer
www.wiley-vch.de
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