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Literaturtipp






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Die stärkste Marke sind Sie selbst
Anfangs war ich äußerst skeptisch. Schon wieder so ein Buch aus der Reihe „Wie hole ich das Beste aus mir ´raus“. Und fühlte mich beim Durchblättern zunächst bestätigt. Der Autor, ein flotter, selbstbewusster Strahlemann, der über sich selbst die Geschichte erzählt, wie er es einmal in der New Yorker U-Bahn schaffte, nach fünf Minuten nicht nur seine Sitznachbarin, sondern gleich das ganze Abteil in ein Gespräch zu verwickeln. Schön für ihn, dachte ich mir. Und hatte den Verdacht, dass er jetzt den Lesern bestimmt sagen möchte, wie sie genau so toll und charismatisch werden, wie er glaubt zu sein. Doch dann wollte ich dem Buch noch eine Chance geben und las weiter.

Einzigartig auch ohne Buch und Coach
Das von Jon Christoph Berndt eingangs geschilderte Markenbewusstsein ist mir persönlich, zumindest bei den meisten Dingen, die mich umgeben und die ich kaufe, fremd. Greife ich nach einem bestimmten, teuren Produkt, habe ich vorher mit Sicherheit die billigen Alternativen bereits getestet und für schlechter als ihre teurere Konkurrenz befunden. Etwas nur wegen seines Namens zu kaufen, käme für mich nicht in Frage. Sein Markenbewusstsein, insbesondere in puncto Kleidung, muß man sich auch erst einmal leisten können. Den Aufhänger des Buches, jeder solle aus sich selbst eine Marke mit bestimmten Eigenschaften und Auftreten machen, sehe ich distanziert. Erstens sind die meisten Menschen bereits einzigartig, mit einer eigenen Meinung und einem Erscheinungsbild (selbst Musils Mann ohne Eigenschaften), und zweitens lässt sich Produktmarketing nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen.

Gar nicht mal so schlecht...
Bei aller anfänglicher Kritik: 80 Prozent des Buches schlagen glücklicherweise einen anderen Ton an. Der Autor regt einen dazu an, in sich selbst hineinzuhören, um sich existenzielle Fragen zu stellen: Was ist mir wichtig? Was möchte ich im Leben erreichen, sowohl privat als auch beruflich? Was bedeutet Glück für mich? Wie sehe ich mich selbst und wie möchte ich von anderen wahrgenommen werden?
Der Autor bietet auf seiner Homepage die im Buch genannten Grafiken und Arbeitsblätter zum Herunterladen bzw. Ausdrucken an. Gut fand ich in diesem Zusammenhang das Arbeitsblatt, auf dem man seine Ziele, aufgeteilt in kurz-, mittel- und langfristig vermerkt, um sich dann zu überlegen, wie man diese Ziele erreicht.
Auch der Ratschlag, polarisieren zu dürfen, sich nicht mit jedem gut verstehen zu müssen, um anerkannt zu werden, ist insbesondere für Frauen hilfreich.
Jon Christoph Berndt geht es letztendlich nicht um die Verdrängung der persönlichen Veranlagung und Prägung, so dass man am Ende wie Kafka in seiner Verwandlung etwas ganz anderes darstellt als vorher. Es geht ihm im Gegenteil darum, zuversichtlich und selbstbewusst in sich selbst zu ruhen und mit sich zufrieden zu sein. Oder wie J. C. Berndt es auf seiner Homepage formuliert: Den "richtigen Weg" gibt es nicht – es gibt Ihren Weg!

Fazit
Vieles in diesem Buch kennt man bereits aus den unzähligen Karriere- und Selbstverwirklichungsratgebern, die den Buchmarkt bevölkern. Doch einiges wird hier sehr schön auf den Punkt gebracht und anhand von Beispielen nochmals verdeutlicht. Für jemanden, der bislang wenig bzw. gar keine Artikel oder Bücher aus diesem Bereich gelesen hat, dürfte es sich bei Die stärkste Marke sind Sie selbst um ein erhellendes und hilfreiches Buch handeln.


Jon Christoph Berndt, geboren 1969, ist Inhaber der brandamazing Unternehmensberatung für Markenkommunikation in München. Er schreibt im Handelsblatt die Kolumne „Mensch, Marke!“ und ist Mitglied des Vorstands der German Speakers Association (GSA).
Im Internet finden Sie Jon Christoph Berndt unter www.human-branding.de.


Jon Christoph Berndt: Die stärkste Marke sind Sie selbst! ISBN: 978-3-466-30827-9, Preis: 19,95 €


Rezensiert von Nicole Albrecht


Nicole Albrecht, M.A., studierte Politikwissenschaft, Neuere Geschichte und Philosophie, bevor Sie als Redakteurin bei einem Veranstaltungsmagazin in Südhessen arbeitete.
Bis März absolviert sie ein Volontariat bei Mediakontakt Laumer.





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