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| News und Termine vom 02.12.2009 |
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| Langenscheidt: „hartzen“ ist das Jugendwort des Jahres 2009 |
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Das Jugendwort des Jahres 2009 steht fest! Die Jugendlichen bildeten aus dem umgangssprachlichen Begriff Hartz IV, der unter anderem für das offizielle Arbeitslosengeld II steht und bereits im Jahr 2004 von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zum Wort des Jahres gewählt wurde, das Verb „hartzen“.
Der Begriff bedeutet „arbeitslos sein“ oder salopp ausgedrückt auch „rumhängen“. Rund 45.000 Interessierte, und damit 80 Prozent mehr als im Vorjahr, beteiligten sich im Internet unter www.jugendwort.de an der Auswahl der Top 15 für das Jugendwort des Jahres 2009. Aus diesen Top 15 wählte eine Jury den diesjährigen Gewinner und die Plätze zwei bis fünf. Zum zweiten Mal rief der Langenscheidt Verlag in Kooperation mit der Jugendzeitschrift SPIESSER und dem Social-Network MySpace zur Wahl des Jugendwortes des Jahres auf.
Das Verb „hartzen“ landete auf Platz 1 knapp vor dem Wort „bam“ für cool oder endgeil (2. Platz), dem „Bankster“ als Wortspiel für einen Bankangestellten, der in der Finanzkrise spekulative Geschäfte macht(e) (3. Platz), dem „Rudelgucken“ als gekonnte Übertragung des Anglizismus „Public-Viewing“ ins Deutsche (4. Platz) und dem „Pisaopfer“ für einen Schulabgänger mit fehlender Allgemeinbildung (5. Platz).
Die Top Five der Jugendwörter 2009 im Überblick:
1.) hartzen
2.) bam
3.) Bankster
4.) Rudelgucken
5.) Pisaopfer
Besonders interessant war für die diesjährige Jury, dass vier Begriffe aus den Top 5 eng mit aktuellen gesellschaftlichen Themen verwoben sind. So zeige sich die ständige Kreativität der Jugend, die aktuelle Geschehnisse und Problematiken beobachtet, einordnet und dann in ihre Sprache „übersetzt“. Ganz besonders beim Wort „hartzen“, das sich in der Ursprungsform „Hartz IV“ im Sprachgebrauch der Erwachsenen und der öffentlichen Diskussion festgesetzt hat und nun in abgewandelter Form und mit zusätzlichen Bedeutungen in die Jugendsprache übernommen wurde, komme dies zum Ausdruck. „Der Begriff „hartzen“ setzt sich mit einem politischen und gesellschaftlichen Sachverhalt auseinander, der inzwischen auch in der Lebenswelt der Jugendlichen angekommen ist. Hier zeigt sich, wie sehr sich Jugendliche mit dem Thema Arbeitslosigkeit konfrontiert sehen beziehungsweise auseinandersetzen. Die sprachliche Kreation des Verbs „hartzen“ aus „Hartz IV“ impliziert durch die negative Grundbesetzung des ursprünglichen Ausdrucks per se Kritik“, so die Jury.
Spannend sei der Begriff auch hinsichtlich seiner kreativen Wandlungsmöglichkeiten, da sich aus ihm viele neue Wörter bilden lassen könnten, wie zum Beispiel „rum-, mit-" oder "abhartzen“ und „Hartzer“.
Die Jury und Kooperationspartner:
Kooperationspartner der Initiative sind die Jugendzeitschrift SPIESSER und das Social-Network MySpace.
Die Jury für das Jugendwort des Jahres 2009 bestand aus: Wilhelm Aehrig (22), SPIESSER-Leser und Blogger, Domenico und Mohaman, beide 14 Jahre alt und Schüler der Münchner Initiative „Lichtblick Hasenbergl“, Margarethe Grambow (26), Redaktionsleiterin der Jugendzeitschrift SPIESSER, Henrik von Holtum, auch bekannt als „Textor“ (35), Musiker, Texter und Mitbegründer der Gruppe „Kinderzimmer Productions“, Bernhard Kellner (40), Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Langenscheidt KG, Julia Vogel (22), Auszubildende zur Medienkauffrau bei der Langenscheidt KG und Hendrik Werner (43), freier Journalist unter anderem für „Die Welt“. Die Autorin Jana Scheerer (31) und Stefan Hartmann (32) vom Social-Network MySpace gaben ihre Stimmen in diesem Jahr aus der Ferne ab.
Über die Initiative Jugendwort:
Die Initiative „Jugendwort des Jahres“ wurde im Jahr 2008 vom Langenscheidt Verlag ins Leben gerufen. Ziel und Idee des Wettbewerbs ist es, die Kreativität der schnelllebigen Jugendsprache zu präsentieren und jährlich neu zu dokumentieren. Dabei bietet Langenscheidt mit der Seite www.jugendwort.de die Plattform und Öffentlichkeit, auf der sich Jugendliche einbringen und austauschen können, greift jedoch nicht korrigierend, sondern nur organisierend ein. Das Jugendwort des Jahres wird nicht vorrangig nach der Häufigkeit seiner Verwendung ausgesucht. Eine Wertung ist damit nicht verbunden. Im letzten Jahr machte der Begriff „Gammelfleischparty“ als Übersetzung der Ü-30-Party das Rennen.
LANGENSCHEIDT HÄ?? Jugendsprache unplugged 2010
Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, ISBN 978-3-468-29855-4, € 2,95 (D), € 3,10 (A), sFr 5,60
www.jugendwort.de
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