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| News und Termine vom 05.03.2010 |
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| Das "Jugendwort des Jahres" ist voll bam |
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Nun, jetzt fragen Sie sicher, "Was ist denn 'bam', bitte schön?". Ganz leicht. 'Bam' belegte 2009 den zweiten Platz bei der Wahl zum "Jugendwort des Jahres" und heißt so viel wie cool oder endgeil. Die Jugend spricht ihre eigene Sprache und zuweilen hat man das Gefühl, dass die Wortwahl nicht von dieser Welt ist. Aber anstatt irritiert zu sein, hat Langenscheidt zum besseren Verständnis vor drei Jahren ein Wörterbuch zur Jugendsprache herausgebracht. Das Wörterbuch war von Anfang an sehr erfolgreich und war damit die Grundlage für die Idee "Jugendwort des Jahres".
Wir haben Bernhard Kellner, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Langenscheidt, gefragt wie die Idee entstand und mit welchen Maßnahmen das Jugendwort so erfolgreich geworden ist.
Wie entstand die Idee " Jugendwort des Jahres " und welches Ziel verfolgen Sie bzw. das Haus Langenscheidt damit?
Wir hatten als Testballon im Jahr 2007 erstmals unser Wörterbuch der Jugendsprache auf den Markt gebracht, das begleitet von einer Flut an Berichterstattung in den Medien und mit knapp 100 TSD verkauften Exemplaren einen Erfolg landete. Um das Jahreswerk langfristig auf dem Markt zu platzieren und das Thema attraktiv zu halten, waren wir auf der Suche nach einer geeigneten Idee. Ferner wollten wir als Sprachenspezialist Langenscheidt das Thema "Jugendsprache" in der Öffentlichkeit besetzen.
Wir haben daraufhin die Medienresonanz genauer analysiert und ein häufig wiederkehrendes Thema war die allgemeine Auseinandersetzung mit dem Thema Jugendsprache. Weitere Recherchen führten uns zu zahlreichen "Wortwahlen" im deutschsprachigen Raum, allen voran sicher die Wahl des "Wort bzw. Unwort des Jahres". Gleichzeitig beobachten wir auf dem Buchmarkt ohnehin ein aktuell großes Interesse an Büchern zum Thema "Sprache".
Wir haben uns daraufhin überlegt das "Jugendwort des Jahres" zu wählen. Manche Dinge liegen so nah, dass man eigentlich nicht glauben kann, dass noch keiner auf die Idee kam. Nachdem wir keine vergleichbare Aktion fanden, war die Idee also geboren.
Wie sind Sie dann praktisch an die Arbeit heran gegangen? Welche Überlegungen standen im Vordergrund?
Wir haben klassisch angefangen die Zielgruppe, relvante Instrumente und Medien zu analysieren bzw. definieren. Da es ein ungeplantes Projekt war, standen uns relativ beschränkte Budget-Mittel zur Verfügung. Es galt also viel aus eigener Kraft zu entwickeln. Es war uns aber klar, dass wir einen richtig wahrnehmbaren Durchbruch nur mit Partnern und in der Verzahnung mit allen anderen Marketingmaßnahmen schaffen würden.
Welche PR-Kampagnen haben Sie entwickelt, um die Ziele umzusetzen?
Im Mittelpunkt stand die Entwicklung der eigenen Website www.jugendwort.de, die vor allem einen neutralen Absender haben sollte. Es ging uns darum, das Thema Jugendsprache in den Mittelpunkt zu stellen. Langenscheidt ist zwar Initiator der Aktion, tritt aber ebenso wie unsere Partner zurückgenommen auf. Diese Website wurde somit zum Konzentrationspunkt der ganzen Kampagne auf die alles hinführt und von der aus agiert wird. Kommuniziert wurde mehrstufig: Vom Aufruf zum Voting über die Vorstellung des neuen Buchs bis hin zur Bekanntgabe des Jugendwortes. Im Buch selbst wurde das Projekt "Jugendwort" beworben.
Welches war die größte Herausforderung dabei?
Interessante, reichweitenstarke Partner in sehr kurzer Zeit zu gewinnen und alle Maßnahmen zusammenzuführen.
Seit 2008 kooperieren Sie mit dem SPIESSER, eine Jugendzeitung, die kostenlos in Schulen ausgelegt wird und seit 2009 mit MySpace. Wie konnten Sie die Partner gewinnen?
Wir hatten seinerzeit nach einem überregionalen, auflagenstarken und in der Zielgruppe sehr akzeptierten Medienpartner gesucht und ohne große Umwege beim SPIESSER gelandet. Wir haben für die Präsentation vor Ort ein umfangreiches Konzeptpapier erarbeitet und dort präsentiert. Das Team dort war großartig und hat sich daraufhin ziemlich schnell zu einer Kooperation entschlossen. Im MIttelpunkt stand für beide Partner vor allem die jeweilige Kompetenz einzubringen und die vorhandenen Ressourcen zu nutzen. Heute haben wir ein ganzes Paket von crossmedialen und vertrieblichen Maßnahmen geschnürt. MySpace folgte ein Jahr später. Auch diese haben wir einfach gefragt. Zugegeben war das etwas einfacher, weil wir ein erfolgreiches Projekt schon hinter uns hatten und alleine die Zugriffszahlen auf www.jugendwort.de ein überzeugendes Argument waren und sind.
War die Kooperation erfolgreich für Sie?
Ich denke die Kooperationen waren für beide Seiten jeweils erfolgreich. Jeder Partner leistete einen Beitrag und erhielt Aufmerksamkeit in einem für ihn sonst schwer zugänglichen Umfeld.
Wie war die Resonanz in den Medien auf das Jugendwort des Jahres?
Wir hatten sowohl im ersten als auch im zweiten Jahr eine unglaubliche Medienresonanz. Da Jugendsprache in der Regel provoziert, wurde durch die Bekanntgabe des Jugendwortes häufig auch eine öffentliche Diskussion in Gang gesetzt. Dies hat natürlich auch zu einer umfangreichen Berichterstattung beigetragen. Wir hatten in beiden Jahren jeweils rund 400 Veröffentlichungen über alle Medienformen hinweg. Im ersten Jahr gab es zudem internationale Nachrichtenagenturmeldungen, so dass wir insbesondere auch in des USA eine respektable Berichterstattung verzeichnen konnten. Man muss sich bewusst sein, dass man mit einer solchen Aktion eine öffentliche Diskussion auslösen kann, die dann auch entsprechend moderiert werden muss.
Gibt es eine Fortführung des Kampagne
Ja, wir planen die Jugendwort-Aktion weiterzuführen und von Jahr zu Jahr zu professionalisieren. Im Juni 2010 geht es in die nächste Abstimmungsrunde.
Jede Aktion ist ein fortlaufender Erfahrungs- und Lernprozess auch für die sonstige Kommunikationsarbeit. Ziel ist es, die Plattform www.jugendwort.de über die Aktion hinaus auch für weitere Botschaften für die entsprechende Zielgruppe zu nutzen und sie dauerhaft zu etablieren. Derzeit erhalten wir zwischen 2000 und 3000 Wortneueinreichungen für den Folgeband pro Jahr. Diese sehr interessierten User wollen wir noch stärker und längerfristig an uns binden. Hierzu arbeiten wir gerade an Ideen und Konzepten
Rund 45.000 Interessierte haben sich 2009 bei der Wahl beteiligt. Im Juli 2010 geht es in die nächste Runde. Mal sehen, welches Wort dann gewinnt.
www.jugendwort.de
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