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„Mit dem Notizbuch unterwegs ins Leben“
Kegel, Scheuermann, Hettche
Das Projekt SchreibKunst des Hessischen Kultus-Ministeriums legt los
Schreibend der Welt zu begegnen ist ein fördernswerter Prozess. Das Spielen mit Sprache und das Experimentieren mit bekannten und neuen Erzählweisen stehen dabei im Vordergrund. Daher widmet sich das Projekt SchreibKunst des Hessischen Kultus-Ministeriums der literarischen Nachwuchsförderung in Schulen. Über zwei Jahre werden in Workshops, Lesungen, Seminaren und Exkursionen den Schülerinnen und Schülern das kreative Schreiben vermittelt. Sechs namhafte Autoren begleiten sechs Schulen aus den Kreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen.
Dabei stehen Themen wie Naturwissenschaft und Literatur, regionale und interkulturelle Verortung und Verbundenheit und Gestaltung von Zukunft im Vordergrund. Genreübergreifend wird auch die Förderung individueller Ausdrucksformen geachtet, ob Gedicht, Poetry Slam oder journalistischem Essay – die vielseitigen Möglichkeiten persönlicher Sprache werden erprobt. Vor kurzem fand in Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt Marburg der Lehrer-Autorentag statt, bei dem sich Silke Scheuermann, Thomas Hettche und Bernhard Kegel sich und ihre Arbeit vorgestellt haben.
Dr. Erika Schellenberger-Diederich ist Projektleiterin und Koordinatorin Literatur im Projektbüro Kulturelle Bildung im Staatlichen Schulamt Marburg. Wir haben ihr einige Fragen zu SchreibKunst gestellt:

„Schreibend der Welt zu begegnen ist ein fördernswerter Prozess.“, heißt es in Ihrer Ankündigung. Wie wichtig ist das Schreiben für Schüler, sieht man mal von der formalen Aspekten ab?
Kreatives Schreiben heißt vor allem Gestalten. Stoffe finden, etwas für mitteilenswert erachten und dann noch seinen eigenen sprachlichen Ausdruck dafür zu finden, in dem man vielleicht bisher ungekannte Möglichkeiten ausloten darf, ja etwas ausprobieren soll, das gehört zu einem modernen Verständnis von Vermittlung kultureller Praxis an Schulen. Und: „Besser schreiben heißt zugleich auch besser denken“ sagt Friedrich Nietzsche.

Wie ist die Idee zum Projekt entstanden?
Wer ist besser geeignet, Einblicke in seine Kunst und sein Handwerk zu gewähren als der Künstler selbst? Da wird der Prozess des Beschreiben eines leeren Blattes vergleichbar mit dem Behauen eines Steines. Aber wie lässt sich mit dem Werkstoff Sprache arbeiten? Lohnt sich das? Was ist daran lustvoll? – Dies sind Fragen, auf die Schüler nach Ende des Projekts Antworten geben werden. Darauf bin ich sehr gespannt.
Diese enge Zusammenarbeit von Schülern und Künstlern in der Schule ist in gewisserweise ja unbelastet. Es geht hier nämlich bewusst um den experimentellen Umgang mit Literatur, um literarische Eigenaktivität. Hier spielen schulische Kategorien wie richtig oder falsch keine Rolle, vielmehr ist die Frage nach Macharten und Wirkungsweisen von Texten wichtig.

Autorinnen-/Autorenlesungen an Schulen gibt es schon länger. Was ist beim Projekt anders?
Die Begegnung mit Autoren ist in jedem Falle gewinnbringend. Eine Lesung und Schreibwerkstatt sollte aber möglichst kein Einzelereignis bleiben. Das Projekt SchreibKunst setzt daher auf eine kontinuierliche (zweijährige) Begleitung von Schülern und Lehrern durch bestimmte Autoren, die literarisches Schreiben als g Lernprozess verstehen, der dauerhafte Anleitung und individuelle Schreibberatung beinhaltet.

Welche Autorinnen und Autoren oder Künstler sind beteiligt?
Es sind allesamt Autoren, die sich beim Schreiben auf die Finger gucken lassen wollen, die Einblicke geben möchten in ihre Werkstatt der Worte. Der Austausch mit jungen Menschen, mit den Literaten und Lesern von morgen ist ihnen besonders wichtig. Jeder Autor, den ansprach, hat spontan zugesagt, mitwirken zu wollen, weil er das Konzept, das auch die Veröffentlichung von Schülertexten im Blick hat, überzeugend fand.

Wie sind Sie vorgegangen, nach welchen Kriterien haben Sie die Autoren ausgewählt.
Es sollten renommierte , sehr unterschiedliche und am Dialog mit Schule ernsthaft interessierte Autoren sein, die aber möglichst auch einen (mittel-)hessischen Bezug haben. So kommt Peter Kurzeck, der Schirmherr des ganzen Projektes aus Staufenberg bei Gießen. Er hält die Auseinandersetzung von Schülern mit Literatur und dem Medium Buch für unbedingt fördernswert, weil er als Flüchtlingskind in der Nachkriegszeit den Mangel an Büchern erlebte und das eigene Schreiben und Zeichnen schließlich als Bereicherung erfuhr. Thomas Hettche stammt aus dem Vogelsberg und ging wie Kurzeck in Gießen aufs Gymnasium. Er wurde von einer Lehrerin gefördert und gewann als Jugendlicher beim hessisch-thüringischen Literaturforum einen ersten Preis. Silke Scheuermann kommt aus Offenbach und schreibt moderne Lyrik, aber auch Prosa über junge Frauen, sie steht für eine neue Art von kritischem Genderbewusstsein, meine ich. Lars Ruppel kommt aus Gambach (Mittelhessen) und hat Marburg zur Hochburg der deutschen Poetry-Slam Szene gemacht. Schließlich Bernhard Kegel (Naturwissenschaftler und Autor) und Kathrin Passig: beide aus Berlin, beide Koryphäen auf der Sachbuch-Ebene, wobei Kathrin Passig zusätzlich den wichtigen Aspekt Webblogging mitbringt.

Je nach Autor/Autorin werden die Ansätze natürlich verschieden sein. Thomas Hettche oder Silke Schauermann sind Belletristen, Lars Ruppel ist Poetry Slamer oder Bernhard Kegel ist unter anderem Sachbuchautor. Mit welchen Genres werden die Schüler sich erproben können?
Gedichte, Erzählungen und Kurzgeschichten stehen genauso im Mittelpunkt wie Beiträge aus der Spoken-Word-Artistik oder dem journalistischen Schreiben.

Was möchten Sie nach Ende des Projektes sagen können?
Hat allen Spaß gemacht. – Und. Schön, dass wir eine Textsammlung des literarischen Nachwuchses in Hessen in den Händen halten. Schön, dass es einen neuen Durchlauf gibt und dass die Autoren es gern weitermachen.




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