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| Zum 50. Geburtstag von Jonathan Franzen |
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 | Quelle: http://www.rochester.edu |
Ich kann die Bücher, aus denen gute Filme geworden sind, an einer Hand abzählen. Falls etwas Wunderbares aus meinem Buch werden sollte, werde ich mich fragen: Was habe ich falsch gemacht? Je weniger der Film dem Buch ähnelt, umso besser.
Zerrissenheit zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben des Jonathan Franzen, der am 17. August 1959 in Western Brings bei Chicago geboren wurde. Aufgewachsen in soliden Verhältnissen in Webster Groves, Missouri, verbringt er eine glückliche Kindheit und erkennt schon früh, dass er Schriftsteller werden möchte. Er beginnt ein Germanistikstudium am Swarthmore College und studiert zwei Jahre in München und Berlin.
Geprägt von dem deutschen Konzept der Literatur, sowie seinen literarischen Vorbildern: Kafka, Karl Kraus, Goethe und Mann, vermisst er das Amerikanische, das Verspielte, das Unsinnige. Auch wenn er nach seinem Deutschlandaufenthalt eine gewisse Skepsis gegenüber Amerika hegt, entscheidet er sich, in Amerika leben zu wollen. Er heiratet und zieht nach Boston.
Durchbruch
1988 veröffentlicht er seinen Debüt-Roman Die 27ste Stadt, dem 1992 das Buch Schweres Beben folgt. Internationaler Durchbruch gelingt ihm aber erst 2001 mit seinem dritten Werk The Corrections. Das Buch wird in den USA über eine Million Mal verkauft und in über 30 Sprachen übersetzt. Im gleichen Jahr wird Franzen für sein Werk mit dem National Book Award ausgezeichnet. The New Yorker hatte ihn bereits vorher auf die Liste der bedeutendsten Schriftsteller des 21. Jahrhunderts gesetzt.
Motive
Jonathan Franzen schreibt aus persönlicher Betroffenheit heraus. Es sind Geschichten aus dem Leben, geprägt von politischem und gesellschaftlichen Geschehen, die jeder von uns erlebt haben kann. Er will es dem Leser ermöglichen, sich weniger allein, oder gar abnormal zu fühlen.
Über sich selbst möchte Franzen nach seinem Buch Unruhezone nicht mehr schreiben, sondern sich lieber hinter der Maske der Fiktion verstecken, sich einen Stil zulegen, der anrührend und unterhaltsam ist.
Entertainment
Franzen ist ein ernster Missionar, der um ein anderes Selbstbild ringt, ein Entertainer, den das Gefühl beschleicht, durch Entertainment die natürliche Einsamkeit des Schreibens und Lesens zu verraten.
Dieser Entertainer kommt vor allem bei seinen Lesungen ans Licht. Er fühlt sich glücklich, wenn er es schafft, dass das Publikum zuhört und sich dabei amüsiert. Für ihn ist es wichtig, dass ein Autor darüber nachdenkt, welche Mittel der Unterhaltsamkeit gestresste Leser erreichen.
Persönliches
Franzen sagt von sich, dass er ein langweiliges Leben führe, wobei er sich selber sehr interessant fühle.
Seine Leidenschaft ist die Ornithologie. Bei der Beobachtung von Vögeln empfindet er sowohl höchstes Glück als auch tiefste Trauer, wissend, das sich die Vögel nicht schnell genug an den Klimawandel anpassen können.
Der Bestsellerautor hat das Gefühl, dass er nicht das Recht hat, Schriftsteller zu sein, sondern sich voll und ganz dem Umweltaktivismus widmen sollte. Allerdings ist sein Temperament nicht für Aktivismus geschaffen und so verbringt er letztendlich viel Zeit damit, nichts zu tun.
Franzens Verbundenheit zu den Vögeln geht soweit, dass der kinderlose Autor seine Vatergefühle auf die Vögel überträgt, da er, trotz zwei Brüdern und seiner Lebensgefährtin, keine allzu engen Familienbande mehr hat. Die engste familiäre Bindung hatte er zu seinen Eltern und nach deren Tod hat er täglich das Gefühl aufs „Intimste mit dem Reich der Toten verbunden zu sein.“
Jonathan Franzen arbeitet heute für The New Yorker und lebt mit seiner Lebensgefährtin in Manhattan.
Eine Auswahl seiner Werke:
The Twenty-Seventh City (1988); Strong Motion (1992); The Corrections (2001); How to Be Alone (2002); The Discomfort Zone: A Personal History (2006)
Ein Autorenporträt von Robert Wagner. Er studiert Deutsche Sprache und Literatur an der Phillips-Universität Marburg und absolvierte ein Praktikum bei Mediakontakt Laumer.
Homepage von Jonathan Franzen
us.macmillan.com/author/jonathanfranzen
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