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Verdienen Sie es zu verdienen?
Die Honorarverhandlung läuft doof, und die Gehaltserhöhung ist ein Gehaltserhöhungchen: Wenn Sie immer alles richtig machen, aber auch nicht mehr, werden Sie irgendwann feststellen, dass „richtig“ allein nicht reicht. Etwas fehlt: Ihre mit allen Sinnen spürbare Hingabe, die brennende Leidenschaft für etwas, ohne das Sie nicht sein mögen, der Mut zu etwas unverwechselbar Großartigem. Wenn Sie das leben, sind Sie auch für andere dieser einzigartige Mensch unter 6,7 Milliarden, der den neuen Job kriegt, der eingeladen und um Rat gefragt wird, der gutes Geld verdient. Wenn Sie das nicht haben, fehlt es noch an Ihrer Herausstellung. Dann mangelt es noch am greifbaren Besonderen, und Ihre Wettbewerber sind noch zu stark.

Sie strengen Sie sich auch immer ganz besonders an: Morgens der Erste im Verlag und abends der Letzte, die Wohnung tiptop aufgeräumt, für jeden einen fürsorglichen Ratschlag parat, die Kinder wie aus dem Ei gepellt, im Vereinsvorstand immer die Erste am Drücker, jedes Mail sofort beantwortet, bei jeder Essenseinladung die neueste kreative Küche auf dem Tisch…

Erkennen Sie sich wieder: Wer neben dem ganzen Alltag noch im Stadtteilausschuss, im Lions-Club und beim Frauen-Netzwerk ist, begnadet surft und Ski läuft und mountainbiket und Sonntags inlineskatet, im Förderverein des Museums für zeitgenössische Kunst ist, Elternsprecher bei der Kleinen im Hort und beim Großen in der Schule, jetzt mit dem Golfen anfängt und auf jeden Fall wieder segeln will, Chinesisch lernt auf der Volkshochschule… Wer immer überall aufkreuzt und sich lieb Kind macht, ist schnell Everybody’s Darling und vor allem Everybody’s Depp – für jeden was dabei, wie in der Tüte vom Aal-Dieter auf dem Hamburger Fischmarkt: Ein wenig Aal natürlich, außerdem Flugananas, Kiwis, Keta-Kaviar, Bananen, Waffelbruch… Und alles für’n Zehner!

Sie drehen langsam durch: Falls Sie sich hier zumindest schemenhaft wieder finden, beginnen Sie vielleicht zu erkennen, dass Weniger und dafür das wirklich Wahre mehr ist. Außerdem schleift eventuell Ihre Zunge schon auf dem Boden all Ihrer Aktivitäten. Wenn es jetzt noch heftiger kommt, könnten Sie anfangen zu glauben, Sie sind mehrere Menschen auf einmal und Ihr Tag hat 25 Stunden.

Früher oder später reift die Erkenntnis: Nicht der Beste, die Fleißigste, der Kräftigste, die Hübscheste gewinnt. Vielmehr derjenige, der sich clever positioniert, präsentiert und vermarktet. So finden es in der Firma alle außer Ihnen irgendwie okay, wenn die smarte Müller aus der Revision den Abteilungsleiterposten kriegt, auf den Sie sich gespitzt haben. Ihr allzeit kreativer Saustall im Büro macht sie einfach so sympathisch! Und den lang verhandelten Beratungsauftrag bekommen nicht sie, sondern Ihr ärgster Konkurrent. Der mit den vielen Fehlern auf seiner bescheuerten Website, der sich die Aufträge nach der Location aussucht und immer Business Class abrechnet.

Sie denken um und steuern gegen: Finden Sie Ihren wahren Kern, Ihren wahren Antrieb, Ihre wahre Essenz. Dabei geht es nicht um Latte Macchiato, viel Zeug und Milch und Zucker und dünn und wenig Kaffee, sondern um den Espresso, als Sinnbild für Ihre Essenz: nur ein Mäulchen voll, aber dafür echt, ehrlich, unverfälscht, stark, kräftig. Vor allem geht es vordergründig gar nicht um Geld und Materielles. Vielmehr darum zu wissen, was Sie tun sollten, um Ihren Antrieb lebbar und erlebbar zu machen. Auf dem planbaren Weg zu Ihrer echten Zufriedenheit. Voraussetzung dafür ist, dass Sie herausfinden, wofür Sie wirklich brennen und wofür Sie sich wirklich engagieren wollen. Gleichzeitig erkennen Sie dann, was Sie getrost alles sein lassen können, ganz ohne schlechtes Gewissen. Auf einmal verspüren Sie am Samstagabend auf der Couch diebische Freude darüber, dass sich Ihre Clique gerade jetzt bis morgen früh in der Disco abarbeitet…

Sie wissen, wo das Geld herkommt: Was macht Ihre Essenz, Ihren Espresso aus? Was machen Sie daraus? Wie fühlen Sie sich wohl? Wenn sie das wissen und vor allem tun, werden Sie zufrieden. Dann bewahrheitet sich: Geld kommt durch Wohlfühlen, Zufriedenheit, Glück – nicht umgekehrt. Dann haben Sie es verdient zu verdienen.

Fragen über Fragen:
Wir alle wollen auch Gewinner sein und nicht Verlierer: Bei der Arbeit genauso wie privat, in der Freizeit, beim Sport. In meinen Vorträgen und Seminaren bitte ich meine Zuhörer und Teilnehmer gern, einmal die Augen zu schließen: Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Tafel Schokolade und liegen mit den ganzen anderen Tafeln im Supermarktregal. Hier buhlen Sie um Kundschaft: Sie wollen begehrt sein, Sie wollen erwählt werden, Sie wollen der Erste sein. Vertrau’ mir! Kauf’ mich! Nimm’ mich mit! Aber wie geht das?

Wie viel Prozent Kakaoanteil haben Sie (eher dunkel und herb oder hell und milchig)? Was kosten Sie à 100 Gramm (eher 59 Cent und massenmäßig positioniert oder 1,29 Euro und edel und Premium)? Wie sieht Ihre Verpackung aus (bunt und marktschreierisch oder lieber vornehm zurückhaltend mit drei großen, ästhetisch fotografierten Mandeln)? Wir fühlen Sie sich an (plastikmäßig oder eher leicht angeraut, und die Finger spüren den geprägten Schriftzug Ihres Markennamens)?

Bei Ihrem Bild im Kopf von sich selbst als Schokolade im Supermarktregal sind die Antworten auf einige wenige einschlägige Fragen aus der Markenstrategie ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg:

1. Welchen USP habe ich als Marke?

Die von Markenfachleuten oft und gern so bezeichnete „Unique Selling Proposition“ bezeichnet das Alleinstellungsmerkmal, den einzigartigen Verkaufsvorteil. Dieses eine gewisse Etwas, das kein anderes Produkt hat, das mich unverwechselbar und zu etwas ganz Besonderem macht und damit aus der grauen Masse hervorhebt.

2. Welchen greifbaren Nutzen habe ich?

Das beste Produkt mit dem besten Verkaufsmerkmal ist nur so gut, wie es begehrt wird: Nur wenn mein so genanntes Nutzenversprechen – es erfüllt einen lang gehegten Traum, es wird einer bestimmten Anforderung ganz besonders gut gerecht, es macht das Leben leichter und schöner – möglichst viele Menschen interessiert, ja fasziniert, habe ich die notwendige Relevanz und werde beachtet.

3. Habe ich ausreichend Vorsprung vor meinen Wettbewerbern?

Gibt es bereits jemand anderes mit einem vergleichbaren USP und einem vergleichbaren Nutzen, werde ich nur schwerlich Erfolg haben. Dann überspringe ich nicht die Messlatte, die so genannte Norm, die meine vielen Wettbewerber vorgeben. Vielmehr bin ich dann austauschbar und belanglos oder „me-too!“ („Ich auch!“) positioniert, wie die Marketingleute sagen.


Über den Autor
Der Markenexperte und Managementtrainer Jon Christoph Berndt® (Politologe und Kommunikationswissenschaftler, Absolvent der Deutschen Journalistenschule München) ist Inhaber der brandamazing: Unternehmensberatung für Markenkommunikation in München. Er ist zertifizierter systemischer Trainer und Coach sowie Mitglied des Vorstands der GSA German Speakers Association. Jon Christoph Berndt® ist gefragter Interviewpartner in den Medien sowie Autor der Kolumne „Mensch, Marke!“ im Handelsblatt und des Ratgebers „Die stärkste Marke sind Sie selbst! Schärfen Sie Ihr Profil mit Human Branding“ (Kösel-Verlag)

brandamazing: ist die Unternehmensberatung für Markenkommunikation mit Sitz in München und internationaler Tätigkeit. Schwerpunkt von brandamazing: ist die Entwicklung von starken Marken für Unternehmen, Produkte und Menschen (Human Branding) sowie die Begleitung an den Point of Communication. Mandanten schätzen uns, weil wir ihre Aufgaben mit Herz, Hirn und Hand lösen und dafür die Extrameile gehen.

Kontakt:
brandamazing: GmbH
Augustenstraße 5
80333 München

www.human-branding.de

Weitere Informationen zum Buch „Die stärkste Marke sind Sie selbst! Schärfen Sie Ihr Profil mit Human Branding“ (Kösel-Verlag)
bekommen SIe hier: http://www.koesel.de


berndt@brandamazing.com
www.brandamazing.com
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