Buch-PR Kompetenzportal für Buch-PR
News & Termine
Themen
Profi des Monats
Literaturtipps
Der Buchmarkt
Glossar Buch-PR
Scheidt fragt nach...
Newsletter
Linktipps
Kontakt

Weiterbildung

Seminare und Workshops für Verlagsöffentlichkeitsarbeit


Literaturtipp






Themen
Die Büchergilde Gutenberg: Lesen mit allen Sinnen
Es gibt sie noch: Die Buchgemeinschaft mit dem Anspruch, ihre Mitglieder mit „Büchern voll guten Geistes und voll schöner Gestalt“ zu versorgen, Bildung für jeden in Buchform zugänglich zu machen, ohne wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund zu rücken.
Ihr Name: Büchergilde Gutenberg mit Sitz in Frankfurt am Main.

Als Vorläufer der Gewerkschaftsbewegung vom Bildungsverband der deutschen Buchdrucker 1924 in Leipzig gegründet ist die Büchergilde Gutenberg heute die älteste Buchgemeinschaft Deutschlands. Seit ihrer Gründung steht die Büchergilde für ein außergewöhnliches Programm mit inhaltlich anspruchsvollen und handwerklich ausgezeichneten Büchern zu günstigen Preisen. Über 100.000 Leserinnen und Leser zählen heute zu ihren Mitgliedern.

Exil in der Schweiz

Wie viele andere Verlage Deutschlands blieb auch die Büchergilde nicht vor der Verfolgung durch das Naziregime verschont. 1933 ging die Gilde dank der vorausschauenden Weitsicht des Geschäftsführers Bruno Dreßler ins Schweizer Exil. Dreßler hatte bereits einen Großteil des Lagerbestands dorthin in Sicherheit gebracht. In der Schweiz avancierte die Büchergilde zum größten deutschsprachigen Verlag.
1947 wurde sie in Frankfurt unter dem Dach der Gewerkschaft IG-Metal neu gegründet. Die Nachkriegswirren waren noch nicht vorbei, die Rückkehr nach Deutschland war Verpflichtung und Wagnis zugleich. Das Projekt gelang, die Büchergilde konnte erneut steigende Mitgliederzahlen verbuchen.
Die einmalige Kombination aus den beiden Idealen, Bildung und Literatur zu vermitteln und gleichzeitig die Kunst der Buchkunst aufrecht zu erhalten, hat der Büchergilde bis heute ihr Überleben gesichert. Viele Buchgemeinschaften sind gekommen und gegangen, die Büchergilde hat überdauert, weil der Anspruch immer da war, etwas Besonderes zu machen. Inhaltliche Qualität in besonderer Gestaltung. Anders als z. B. Bertelsmann oder Weltbild hat sich die Büchergilde in einer Nische positioniert, ist nicht auf den Massenmarkt ausgerichtet. Sie ist auf ein Publikum spezialisiert, das Lust und Spaß hat an Haptik, Optik und gutem Inhalt eines Buches.

Schön gestaltet und inhaltlich hochwertige Bücher, aber trotzdem günstig

Jedes Quartal erscheinen in der Büchergilde zwischen 20 und 30 Titel. Das sind zum einen Lizenzausgaben aktueller Neuerscheinungen des deutschen Buchmarktes mit neu gestalteten Einbänden oder auch Bücher aus eigener Produktion, der edition Büchergilde. Die Mitglieder erhalten viermal im Jahr das Büchergilden-Magazin und verpflichten sich, pro Quartal mindestens einen Titel aus dem Programm zu erwerben.

Der Spagat, schön gestaltete, inhaltlich hochwertige und trotzdem günstige Bücher herzustellen, gelingt der Büchergilde aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung und Dank der großen Nähe zu ihren Mitgliedern. Es wird wenig Ausschuss produziert, die Auflagen werden in der Regel verkauft, da gezielt angeboten werden kann. Das Lektorat steht in engem Kontakt mit allen wichtigen Verlagen. Wenn ein Buch erscheint, ist es im Regelfall bei der Büchergilde auch schon bearbeitet. Im Schnitt beträgt der Abstand zwischen dem Erscheinungstermin im Original und dem der Büchergilde drei bis sechs Monate. Es ist ein permanentes Sichten der Verlagsprogramme und ein steter Dialog mit den Verlagen, gerade auch auf den Messen. Dann muss kalkuliert werden. Und für jede Lizenzausgabe müssen neue Preise verhandelt werden. Häufig produziert die Büchergilde mit den Verlagen zusammen, d. h. der Buchblock wird gemeinsam gedruckt. Dadurch erhöht sich die Auflage und die Kosten reduzieren sich. Eine klassische Win-Win-Situation.

Gute Zusammenarbeit mit Künstlern

Für ihr Aushängeschild, das oft preisgekrönte Illustriere Buch, leistet es sich die Büchergilde, mit stets unterschiedlichen Künstlern zusammenzuarbeiten. Im Gegensatz zu einem normalen Verlag kann die Büchergilde darauf verzichten, einen Wiedererkennungswert in der Gestaltung ihrer Bücher zu erzielen.
Einmal alle drei Monate wird ein literarischer Klassiker neu aufgelegt und illustriert. Lange im Vorfeld werden Künstler gesucht, die sich mit den Texten anfreunden können. Der Stil der Illustrationen soll zum Inhalt passen. Mal sind es bekannte Künstler wie Helge Leiberg, ein bekannter deutscher Maler, mal werden junge Illustratoren gefördert: Alle zwei Jahre schreibt die Büchergilde in Zusammenarbeit mit einer künstlerischen Hochschule einen Gestalterpreis für ein illustriertes Buch aus. In einem sechsmonatigen Projekt arbeiten die Studenten an den Texten und legen ihre Arbeiten einer Jury vor. Der Gewinner darf dann das komplette Buch illustrieren.
Der Anspruch seit den 1920er-Jahren ist bis heute, mit zeitgenössischen Künstlern zusammenzuarbeiten, um die Spannung eines Textes greifbar zu machen. Um eine gegenwärtige Perspektive zu haben, eine Brücke zum Text zu schlagen und in Dialog mit ihm zu treten. Es geht nicht darum, einen Text parallel mit Bildern oder Zeichnungen zu versehen. Es geht darum, einen neuen Blickwinkel auf den Text zu werfen und nicht bloß Dekoration zu liefern.

Kultur- und Literaturreisen

Seit einigen Jahren wartet die Büchergilde mit zwei weiteren Standbeinen auf: mit Kultur- und Literaturreisen sowie literarischen Accessoires.
Beide Bereiche werden gut angenommen und daher ausgebaut. Mit den Künstlern, die die Bücher oder Einbände gestalten, entwickelt die Büchergilde Ideen für schöngestaltete Waren rund ums Buch, wie etwa die Blumenlyrikbox, für die Studenten der Nürnberger Kunsthochschule florale Gedichte mit passenden Pflanzen illustriert haben.

Die Büchergildenreisen gibt es seit fünf Jahren und sind eher zufällig entstanden. Dieter Bund, Geschäftsleitung, wurde von einem Büchergilden-Mitglied und Reiseveranstalter auf die Idee gebracht, für die er sich schnell begeisterte. Die erste Reise fand in einem Sonderzug von Masuren bis Kaliningrad statt. Die Resonanz war so groß, dass daraus das Konzept entstanden ist, mit ausgesuchten Reiseveranstaltern ein paar Reisen im Jahr anzubieten, die eine Gegend, ein Land oder eine Stadt von einem besonderen Blickwinkel her erschließen. Reisen, die es nirgends sonst gibt. Der Schwerpunkt liegt auf Kultur, Literatur, und der Politik des Landes. Ziel ist es, mit Schriftstellern und Journalisten eines Landes zusammenkommen, die etwas über ihr Land zu erzählen haben.

Kein großer Nutzwerk des E-Book bei Romanen

In die Zukunft der elektronischen Medien und des E-Books blickt Dieter Bund gelassen. Die Entwicklung der E-Books werde mit Sicherheit voranschreiten. Viele Kollegen oder Verlagsvertreter seien froh, wenn sie nicht viel Papier schleppen müssten. Die Frage sei, ob man sich auch seine Freizeitlektüre auch auf ein E-Book lade. Bund kann sich einen großen Nutzwert des E-Books für Ratgeber und Fachbücher vorstellen. Bei Romanen ist er hausbedingt etwas skeptischer. Für die Büchergilde sieht er überhaupt keine Probleme, weil es der Buchgemeinschaft ja gerade um das besondere Buch geht, um das Anfassen, das sinnliche Leseerlebnis. „So, wie wenn man Essen gehen möchte: Man kann Fast Food essen oder aber ein schönes Menu bestellen.“, sagt er mit einem Zwinkern in den Augen.


Text von Janine Bach

Reisetermine in 2010
Kuba (2. bis 16. Mai)
Lissabon (12. bis 16. Mai)
Amsterdam (3. bis 6. Juni)
Marseille (22. bis 26. September)

Mehr über die Büchergilde Gutenberg erfahren Sie hier:



www.buechergilde.de
Thema vom 18.08.2010
Krimi-Highlights der Saison

Thema vom 04.08.2010
Über die Schulter geschaut: Die Autorin Nina Blazon

Thema vom 20.07.2010
Google und wie es die Welt sieht, Teil 2

Thema vom 08.07.2010
Google und wie es die Welt sieht, Teil 1

Thema vom 18.06.2010
„Man, komme ich viel rum!“

Thema vom 02.06.2010
Journalisten an der Strippe

Thema vom 20.05.2010
Sparzwang und geistige Verarmung

Thema vom 19.05.2010
Gemeinsam sind wir stark

Thema vom 06.05.2010
Presseinformationen von Fachbüchern - die Dramaturgie muss stimmen

Thema vom 20.04.2010
Öffnet die Schleusen

Thema vom 06.04.2010
Die Hamburger Literaturszene entdecken

Thema vom 24.03.2010
Leipziger Buchmesse 2010 - Impressionen

Thema vom 02.03.2010
Kreativ arbeiten mit System

Thema vom 16.02.2010
So what! oder Karneval der Feuilletonisten

Thema vom 03.02.2010
Das Vogelkonzert der Buchbranche: Zwitschern über Bücher, Autoren und mehr

Thema vom 20.01.2010
Chancen und Risiken des Hörbuchmarktes

Thema vom 16.12.2009
Corporate Publishing – aus Sicht der Profis I

Thema vom 02.12.2009
Verdienen Sie es zu verdienen?

Thema vom 03.11.2009
Was ist jüdische Literatur?

Thema vom 08.10.2009
Gewinnspiele – Der schnelle Weg zum Leser

Thema vom 17.09.2009
Das Lesen in die Wiege gelegt

Thema vom 03.09.2009
Vier Frankfurter Verlage im Gespräch

Thema vom 18.08.2009
Zum 69. Geburtstag von Frank McCourt

Thema vom 17.08.2009
Zum 50. Geburtstag von Jonathan Franzen

Thema vom 05.08.2009
Zeit für neue Perspektiven: Der „Männerschwarm Verlag“

Thema vom 07.07.2009
Erfolgsmodell Sozialismus

Thema vom 16.06.2009
Nachgefragt... bei Peter Bosnic

Thema vom 02.06.2009
Die Literaturen sind frei

Thema vom 06.03.2009
Die Frankfurter Verlagsszene – gestern und heute

Thema vom 03.02.2009
„Lernen Sie uns kennen!“

Thema vom 15.12.2008
Erfolg aus dem Stand

Thema vom 19.09.2008
Über die Schulter geschaut: Ingrid Müller-Münch

Thema vom 02.07.2008
Teil II: Verlags-PR im Umbruch

Thema vom 17.06.2008
Teil I: Vertrieb und PR - ein perfektes Team

Thema vom 09.05.2008
Scheiterhaufen für die Literatur

Thema vom 22.04.2008
Alles nur Flurfunk - oder was?

Thema vom 03.04.2008
Bücher auf Beton-, Spielwaren- und Konsolen-Messen

Thema vom 03.03.2008
Buch und Internet

Thema vom 15.02.2008
Viele Wikis sind des Brockhaus Tod - wirklich?

Thema vom 10.01.2008
Veranstaltungsorte in München

Thema vom 22.11.2007
Jedem das Gefühl geben, er sei etwas Besonderes

08.09.2010 
Deutscher Buchpreis 2010: Die Shortlist ist da

07.09.2010 
Zehn typische Fehler beim Social-Media-Einsatz

07.09.2010 
PR-Rat veröffentlicht Richtlinie zur Online-PR

06.09.2010 
Sommerlektüretipp: Meeresstille

02.09.2010 
Neue Jury des LUCHS Kinder- und Jugendbuchpreises

02.09.2010 
Beastly Boys: Social Media-Kampagne von Bastei Lübbe und bilandia

01.09.2010 
WELTEMPFÄNGER: litprom-Bestenliste September ist auf empfang

31.08.2010 
„Leseland Hessen 2010“: Auftakt mit Cornelia Funke in Frankfurt

31.08.2010 
9. Stuttgarter Bücherlauf

30.08.2010 
Sommerlektüretipp: Erklärt Pereira


www.mediakontakt-laumer.de


Suchen in:
Büchern
Film
Musik

© 2004 - 2009 mediakontakt laumer